Spuren zum Spiel

WAZ Oberhausen, 16.01.2009, Gudrun Mattern

Andreas Baschek zeigt charmante Skulpturen und Bilder, gemalt mit Schmiedelack oder in Öl, bei „Kir”. Einige seiner Objekte besitzen Aufforderungscharakter: Sie regen den Spieltrieb an.

Andreas Baschek, Skulpturenausstellung Galerie Kir in Oberhausen, Foto Ulla EmigAuf Spurensuche schickt Andreas Baschek die Betrachter seiner Skulpturen, Schmiedelack- und Ölbilder, die bis zum 10. Februar im vorderen Ausstellungsraum der Galerie Kir am Altmarkt zu sehen sind. „Spuren” nennt er seine spannende Präsentation.
Auf der Suche nach Stahlelementen und Werkzeugteilen, ausschließlich Dingen, die Rost angesetzt „und die einen interessanten Charakter haben”, entdeckt er die „Zutaten” für seine Figuren auf Trödelmärkten, in alten Werkhallen, bei Wohnungsauflösungen: Schmiedezange, Sense, Harke, Meißel, Feile, alte Schere.

Am Zeichentisch oder durch Zusammenlegen der Fundstücke entwickelt, zurechtgebogen und verschweißt, entstehen die Skulpturen, die Namen tragen: „Der gestiefelte Kater”, „Buschfrau”, „Pelikan” oder „Dirigent”. Sie alle kommen leichtfüßig daher, gut erkennbar, jedoch auf das Notwendigste reduziert und so gestaltet, dass sie, egal von welcher Seite betrachtet, sehr charmant wirken. „Ich belasse die Werkzeuge so, wie ich sie gefunden habe.”, verrät der Künstler, der – das erklärt seine Vorliebe für verrostetes Eisen und Stahl – beruflich mit der Industrie zu tun hat, denn er ist als technischer Kaufmann in der Stahlbranche tätig.
Ob mit Schmiedelack gemalt oder in Öl, seine Industriemotive sind zum Teil erkennbar, wie etwa das ehemalige Hüttenwerk im Landschaftspark Nord, der Duisburger Innenhafen oder der Gasometer. Doch auch einzelne Teile solcher Fundorte können, als Collage neu sortiert, Industrielandschaften ergeben, zwischen Abstraktion und Wirklichkeit.
Mit einer Arbeit in Öl weist Andreas Baschek darauf hin, dass er nicht nur Grautöne, sondern auch kräftige Farbigkeit mag. Warum nur das eine bunte Bild? „Ich wollte den Raum nicht überfrachten”, erklärt Baschek. Manchmal sei weniger im Raum mehr.
1994 hat er erste Ölbilder für den Hausgebrauch gemalt, später für Freunde. 2003 folgte er der Aufforderung: Stell' doch mal aus! 2008 kam er als Teilnehmer der Niederrheinischen Kunstmesse in Neukirchen-Vluyn in Kontakt mit Mitgliedern der Galerie. Andreas Baschek wohnt und arbeitet in Moers.
Einige seiner Objekte besitzen Aufforderungscharakter: Sie sind beweglich und reizen den Spieltrieb der Betrachter.

 

derwesten.de v. 11.04.2008Artikel als PDF-Dokument